Ich bekomme sehr viele Kooperationsanfragen oder Bitten um eine Produktvorstellung. Selten passt es richtig gut. Aber manchmal dann eben doch. 

Einen solche Anfrage hatte ich kürzlich in meiner Mailbox. Es ging es um Deos. Nun sind herkömmliche Deos ja schon länger in der Kritik – wegen der eingesetzten Aluminiumsalze und dem damit verbundenen Verdacht, sie könnten Krebs erzeugen. Auch wenn die Meinungen und Studien hierzu geteilt sind: Meiner Ansicht nach ist das ein Risiko, das sich vermeiden lässt. Allerdings nicht unbedingt leicht, denn ich suche schon länger nach guten Alternativen. Betonung auf „gut“ – da wird es nämlich schwierig. Klar gibt es Naturkosmetik-Deos, die auf Aluminiumsalze verzichten, aber zumindest nach meiner Erfahrung geht das ganz deutlich zulasten ihrer desodorienden Wirkung. Und ein Deo ohne Deo-Wirkung? Nunja, dann kann man es gleich ganz sein lassen.

Wie auch immer. Als mich Carola Schäpe von Weltenbaum Naturprodukte, einer kleinen Naturkosmetik-Manufaktur, anschrieb und mir die von ihr hergestellten Deos zum Test anbot, habe ich nicht lange gezögert – und hatte die Probedöschen gleich am nächsten Tag im Briefkasten. Fünf verschiedene Döschen, fünf verschiedene Düfte. Wobei, um das gleich vorweg zu nehmen, der Duft ziemlich egal scheint. Er verfliegt sofort auf der Haut. Ich zumindest habe nichts mehr gerochen, empfand das aber eher als Vorteil: Zum Beduften verwende ich Parfüm – kein Deo. (Übrigens gibt es auch eine Variante ohne ätherische Öle für besonders sensible Haut. Ich hatte allerdings – trotz empfindlicher Achselhaut – mit den Duftölen keine Probleme.)

Aber von Anfang an:

Die Deos kommen in kleinen hübschen Metalldöschen mit Drehverschlusss. Die leicht körnige Creme-Textur ist leicht zu verwenden: einfach eine geringe Menge aus dem Döschen nehmen und wie eine Creme unter den Achseln auftragen. Empfohlen wird die Anwendung auf leicht feuchter Haut. Es funktioniert aber auch bei trockener. Die Cremedeos brennen nicht und haben zumindest bei mir zu keinerlei Hautreaktionen geführt. Und: Sie hinterlassen keine Flecken – auch keine „Anziehspuren“ auf schwarzen T-Shirts. Das finde ich schon mal klasse! Das wichtigste aber: Sie desodorieren wirklich hervorragend. Für den Praxistest hatte ich in den letzten Tagen wirklich ausreichend Gelegenheit! 

Zu den desodorienden Wirkstoffen habe ich auf der Website keine Erläuterungen gefunden, deshalb habe ich Carola Schäpe nochmals angeschrieben. Sie hat mir das Funktionsprinzip erläutert:

„Die desodorierende Wirkung basiert auf verschiedenen Inhaltsstoffen: Zum einen das Kokosöl, das durch seinen hohen Anteil an Laurinsäure eine antibakterielle Wirkung hat. Gleichzeitig pflegt es die Haut ohne Fettungsgefühl. Die ätherischen Öle haben teilweise ebenfalls desodorierende Wirkung. Daher können allein schon die verschiedenen Duft-Varianten eine unterschiedliche Wirkung haben. Hauptsächlich ist aber das Natriumhydrogencarbonat für die gute und langanhaltende Wirkung zuständig. Es macht das Deo basisch. In diesem basischen Klima können sich Bakerien nicht vermehren, sie benötigen ein saures Milieu. Die natürliche Entgiftungsfunktion der Haut wird unterstützt, da sich der Körper durch Schwitzen von Säuren und Schlacken befreit. Säuren wirken zusammenziehen und Basen öffnend. Durch Osmose werde hier die sauren Stoffe aus der Haut nach außen transportiert. Basische Körperpflege hat diesbezüglich einen heilenden Effekt und kann dazu beitragen, Säuren zu neutralisieren.“

Aha und soso. Ich kann dazu wenig sagen, aber es klingt schlüssig – und die Wirkung bestätigt das Prinzip ja.

Insgesamt liest die Liste der Inhaltsstoffe sehr übersichtlich, was vor allem Allergiker freuen wird: Sheabutter Bio bzw. aus Wildsammlung, Kokosöl Bio, Natron, Zinkoxid, Vitamin E natürlich, äth. Öle, Geraniol*, Linalool*, Limonene*, Citronellol*, Benzyl Benzoate* (*Bestandteil natürlicher äth. Öle)

Alle Produkte sind 100% vegan und tierversuchsfrei. Synthetische Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe, Aluminiumsalze, Erdölprodukte (Paraffine), Glycerin, Citronensäure, Glutamate, Alkohol, Parabene, Silikone, PEG-Emulgatoren sind (selbstverständlich) nicht enthalten.

Und jetzt zum Haken: Die Döschen-Lösung finde ich aus hygienischer Sicht suboptimal. Ein Pumpspender wäre besser. 

Zweiter Haken: Die Produkte sind (wie bei vielen kleinen Naturkosmetik-Herstellern) nicht zertifiziert. Aus Kostengründen, vermute ich. Andererseits machte mir die Website und auch der persönliche Kontakt einen wirklich vertrauenswürdigen Eindruck … Ich wollte es aber erwähnt haben. 

Fazit: Die Weltenbaum-Deos haben mich wirklich überzeugt. Ich werde sie auf jeden Fall nachbestellen und weiter benutzen. Sie desodorieren prima, entsprechen meinen Vorstellungen von Naturkosmetik – und sie sind bezahlbar (wobei ich die Versandkosten als relativ hoch empfunden habe).

Wenn du sie auch ausprobieren willst: Hier geht es zum Weltenbaum-Shop

# Link | .(Javascript muss aktiviert sein, um diese E-Mail-Adresse zu sehen) | Dieser Artikel erschien am Samstag, 21. Juni 2014 um 09:01 Uhr in Naturkosmetik nach Verwendung, Hautpflege, Hautpflege am Körper, Produkttests und -reviews | 10525 Aufrufe | 8 Kommentare | Kommentare per RSS-Feed abonnieren

Tags: Deo, Deodorant, Naturkosmetik, ohne Aluminiumsalze

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Kommentare:

Das klingt sehr nett! Wobei ich jetzt mehrfach vom Selbstmischen solcher Zutaten gelesen habe, dass ich es erstmal ausprobieren will :-)

beautyjungle am Samstag, 21. Juni 2014 um 11:49 Uhr

..will ich ausprobieren!

Farbenfreundin am Samstag, 21. Juni 2014 um 14:15 Uhr

Genial. Ich bin immer mal wieder auf der Suche und habe noch nichts wirklich gutes gefunden. Das werde ich auf alle Fälle ausprobieren. Vielen Dank für die super ausführliche Beschreibung.

Andrea am Sonntag, 22. Juni 2014 um 09:24 Uhr

Vielen Dank für den Test! Nachdem ich bisher von allen meinen Ausflügen zu alufreien Deos reumütig wieder zu meinem angestammten aluhaltigen zurückgekehrt bin, probiere ich es jetzt vielleicht mal mit denen. Das klingt ja zumindest überzeugend.

Sabine am Sonntag, 22. Juni 2014 um 09:26 Uhr

Danke für den Tipp. Das werde ich mir auch mal zum Testen bestellen. Bin echt schon lange auf der Suche und wurde oft enttäuscht, weil die Wirkung einfach nicht meinen Erwartungen entsprach. Auf ein Neues ;-)

Kati am Sonntag, 22. Juni 2014 um 21:32 Uhr

Solch ein Deo kann man übrigens mit noch weniger Zutaten ganz einfach und schnell selbst machen:
1 EL reines Kokosöl so erwärmen, damit es flüssig wird, 1 EL Natron (z.B. Kaiser-Natron, gibt es günstig im Drogeriemarkt) und 1 EL Kartoffelstärke (oder Pfeilwurzelstärke) unterrühren. Nach Geschmack ein paar Tropfen ätherisches Öl dazu, fertig.
Hatte auch lange nach einer Alternative zum Anti-Transpirant mit Aluminiumsalzen gesucht. Doch nichts konnte mit dem schweißdrüsenverschließenden Teufelszeug mithalten.
Aber die selbstgemacht Kokosöl-Variante schlägt alles, auch das Anti-Transpirant. Es ist der Hammer!
Kokosöl ist eh so ein kleines Wundermittel. Benutze es mittlerweile auch zum Abschminken, zur Hautpflege, für die Haare und natürlich zum Kochen. Katze und Hund bekommen es zur Vorbeugung gegen Zecken. Klappt auch.
Und auch ein Natron-Bad wirkt Wunder: 50 g bis 100 g davon ins Badewasser, das erfrischt, entsäuert und lässt Kopfschmerzen verschwinden.

Julia am Montag, 23. Juni 2014 um 09:55 Uhr

Liebe Julia,

danke für deinen Kommentar - und für den Hinweis auf Kaiser Natron! Lustigerweise hatte ich dieses Blogposting schon in der Mache, als dein Kommentar kam! :-D

http://gruene-kosmetik.de/naturkosmetik/pflege/Kaiser-Natron-Schoenheitspflege

Über Kokosöl hatte ich hier auch schon mal geschrieben, auch über seien Deo-Wirkung, allerdings ohne eigene Erfahrung, nur aus der Theorie heraus. Jetzt werde ich es tatsächlich mal ausprobieren!

Susanne Ackstaller am Samstag, 28. Juni 2014 um 12:44 Uhr

Hallo zusammen,
ich schreibe euch gerne meine Ansichten zur Tiegel-Lösung der Deocreme, die für manche erstmal unüblich oder unhygienisch erscheint.
Mir ist in der Zusammenstellung der Inhaltsstoffe der Grundsatz “weniger ist mehr” sehr wichtig. Weniger Füllstoffe, weniger bzw. keine Konservierungsmittel, keine Emulgatoren - reine Wirksamkeit der einzelnen Rohstoffe. Dadurch ergibt sich eine feste Konsistenz der Creme, die sich nicht in einen Roll-On oder Pumpspender abfüllen lässt. Bevorzugt man eine flüssige Konsistenz kommt z.B. Wasser zum Einsatz. Wasser ist sehr keimanfällig und muss in jedem Fall konserviert werden. Man muss einen Emulgator einsetzen, um die Wasser-/Ölmischung dauerhaft zu verbinden. Alkohol als Konservierungsmittel im Deo wollte ich ebenfalls vermeiden und chemische Konservierungsmittel noch viel mehr. Also blieb es bei reinen Fetten und Ölen in Bioqualität. Als Konservierungsmittel wird nur natürliches Vitamin E eingesetzt, welches ein natürliches Antioxidans ist und gleichzeitig hautpflegend wirkt.
Ich verwende die Deocreme morgens nach dem Duschen, daher habe ich keine Bedenken den Inhalt zu verschmutzen. Wer diese hat kann zur Entnahme einen kleinen Spatel oder Löffelrücken verwenden.
Eine Verkeimung der Deocreme ist innerhalb der Haltbarkeitsangabe (mind. 6 Monate nach Anbruch) nicht zu befürchten. Die Inhaltsstoffe verhindern nicht nur unter den Achseln eine Keimbildung, sondern natürlich auch im Tiegel. Die Creme ist durch das Natriumhydrogencarbonat basisch, was es Bakterien unmöglich macht sich zu vermehren. Auch das Kokosöl wirkt antibakteriell.
Ich hoffe ich konnte meine Motivation der Tiegelwahl etwas erklären. Am Ende entscheidet natürlich jede/r selbst was wichtig ist.
Herzliche Grüße aus Heidelberg,
Coco Schäpe

Weltenbaum Naturprodukte am Dienstag, 01. Juli 2014 um 22:09 Uhr


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